Lieber #BuBla17, müssen reden…

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Lieber BuBla#17,

wir müssen uns unterhalten. Wir müssen uns über deine Teilnehmer und deren Wähler unterhalten, wir müssen uns darüber unterhalten, was einen guten – den besten – Buchblog ausmachen sollte und was Fairness innerhalb der Bloggercommunity bedeutet.

Eigentlich wollte ich dich ja gar nicht darauf ansprechen, dich nur beobachten und mir meinen Teil denken – doch du  rüttelst an meiner Welt wie ein Erdbeben und machst es fast unmöglich, deine Erschütterungen zu ignorieren.

Dabei begann alles so vielversprechend mit dir. Die Idee hinter dir war – und IST – hervorragend! Du warst eine Chance für die Buchblogger-Community – für mich als Teil ebenjener. Eine Chance, unsere Leistung, unser Herzblut und unser Engagement zu honorieren. Du warst eine Möglichkeit neue grandiose Buchblogs zu entdecken und als Buchblog von anderen entdeckt zu werden. Ich habe mich sehr darauf gefreut, dich kennen zu lernen und habe viel von dir erwartet – vielleicht zu viel.

 

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(c) buchblog-award.de

Mein lieber BuBla, nimm es mir bitte nicht krumm, aber du bist zu groß und zu kein zugleich. Deine Longlist ist viel zu lang – zu viele Gäste sind auf dieser Party. Warum hast du jeden, wirklich jeden, reingelassen? Versteh´ mich nicht falsch: ich begreife, dass du jedem Buchblogger/ Bookstagrammer/ Facebookblogger eine Chance geben wolltest – aber die Longlist ist wirklich übervoll und man hat als Voter schlicht keine Möglichkeit sich alle Blog anzusehen. Und das ist mehr als Schade, nicht wahr?

Und trotz dieser riesigen Liste bist du zu klein. Ein Widerspruch, ich weiß. Aber deine Kategorien enttäuschen mich ebenfalls. Warum gibt es nur einen Hauptpreis und einen Nebenpreis (Zugeben, dass du einen Nebenpreis hast, ist eine gute Idee gewesen. Ein Facebookblog oder ein Bookstagram-Profil lassen sich einfach unmöglich mit einem klassischen Blog wie meinem vergleichen. Respekt dafür.)? Warum gibt es keine Kategorien, die die Vielfalt des Buchblog-Universums widerspiegeln? Warum gibt es keine Preise für die informativsten, innovativsten, kreativsten Blogs? Warum gibt es keinen Preis für die besten Rezensionen oder einen für den humorvollsten Artikel?
Warum förderst du den kreativen Akt, der das Bloggen ausmacht, nicht stärker? Warum unterstützt du nicht das Elementarste, das was die Buchbloggerwelt ausmacht – nämlich die Vielfältigkeit? Wie willst du den besten Blog finden, wenn du nicht einmal die Guten, die Kreativen, die Informativen, die Innovativen und die mit Humor vom Rest trennst?

Aber weißt du was mich am traurigsten stimmt, seit du da bist? Und ich bin mir sicher, dass es dir ganz ähnlich geht … Dass du eigentlich den besten Buchblog suchst, aber es ausgerechnet die Schlechten sind, die sich hervortun. Mit ihrem penetranten Fischen nach Votes, mit ihrem Erkaufen von Stimmen mittels Gewinnspielen, mit ihrem Einfordern von Likes in zahllosen Gruppen auf Facebook. Von der Longlist auf die Shortlist schafft man es offensichtlich nicht nur durch Qualität, sondern vor allem mittels Quantität, durch knallharte Selbstvermarktung und nicht durch kreatives Bloggen. Ja, solche Blogger gibt es. Solchz, die zu ehrlich sind und die, die für den „Fame“ bloggen und nicht aus Liebe zu den Büchern. Doch: Das sind die allerwenigsten. Ich hoffe sehr, dass du weißt, dass der mit den meisten Stimmen nicht zwangsläufig der beste Buchblog ist – sondern einfach nur der, der seine Follower und sogar völlig Fremde am besten anstacheln kann, für sich zu wählen. Sag mir, lieber BuBla, warum fallen die Leute auch auf so etwas herein?! Ich verstehe es wirklich nicht, aber es macht mich irgendwie traurig und vielleicht, ja vielleicht sogar wütend. Wütend auf die, die den Wert ihrer Stimme so wenig zu schätzen wissen. Wütend darauf, dass echte Liebe zum Buch, echte Passion vielleicht weniger wertgeschätzt wird, als cleveres Marketing.

 

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(c) buchblog-Award.de

Wie wollen deine fünf Freunde,  welche die Jury bilden, den besten Blogger Deutschlands aus den sieben besten Marketingstategen und den penetrantesten Stimmen-Fischern finden? Oder wählen sie aus diesen „Top Sieben“ dann einfach das geringste Übel aus? Die Shortlist-Blogs werden auch außerhalb der Szene Beachtung erhalten – sollen diese Marketingstrategen und Stimmenfischer unsere ganze Szene repräsentieren, als unsere „Besten sieben“. Soll eine Blog voller Selfies mit fancy Sonnenbrille als einer der sieben besten Buchblogs Deutschland auf der Schortlist stehen – mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen, dafür aber ohne sonstigen buchbezogenen Inhalt, ohne Kreativität, ohne echte Liebe zum Lesen – kurz ohne Mehrwert im Bereich Buchbloggen. So war das sicher nicht geplant, oder Bubla?

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(c) Buchblog-Award.de

Doch du bist nicht hoffnungslos verloren, einige grandiose Blogs tummeln sich auf deiner Longlist – und ich gebe nicht auf, daran zu glauben, dass der ein oder andere es auch auf deine Shortlist schaffen wird. Eben weil sie so verdammt gut sind, dass sie sogar die besten Selbstvermarkter und Stimmenfischer mit ihrer Leidenschaft zum Buchbloggen und mit ihrer Liebe zum Lesen ausstechen. Und diesen Bloggern – denen mit Leidenschaft, Kreativität, Einsatz und vor allem mit der wahren Liebe zum Buch – steht der Buchblog-Award zu. Ich hoffe bis zum letzten Moment darauf, dass genau diese Blogs die Anerkennung bekommen, die sie verdienen.

Und deshalb, BuBla, nehme Ich an dir teil. Ich will wissen, wie gut ich – wie gut mein Blog – im Vergleich zu diesen grandiosen Bloggern abschneidet. Und ich möchte neue, ungewöhnliche Blogs und Blogger für mich entdecken. Mittlerweile mache ich mir keine Illusionen auf den Sieg mehr, denn auch wenn mein Blog vielleicht zu den „größeren“ Buchblogs gehört – „Die Literatouristin“ und ich sind einfach keine Selbstvermarkter, keine Stimmenfischer und wir beide, mein Blog und ich, verlieren lieber ehrlich als unehrlich der „beste“ Buchblog Deutschlands zu sein. Wenn, dann möchte ich diesen Titel ohne Gänsefüßchen für mich beanspruchen! 😉

Bubla, es tut mir Leid für dich. Es tut mir leid, dass dein Start in diese Welt so hart ist. Es tut mir Leid, dass einige dich, deine guten Intensionen, deine Grundidee, ausnutzten. Ich hoffe,du gibst nicht auf. Ich hoffe,  du lernst aus deinen Fehlern und machst es das nächste Mal besser. Und vielleicht, ja vielleicht, zieht dich und mich die pessimistische Stimmung, die gerade herrscht, etwas runter.

Doch noch habe ich dich nicht ganz aufgegeben, BuBla. Bitte überrasche mich. Zeig mir, dass zumindest in der Welt der Buchblogger tatsächlich das Gute, das Kreative, das Leidenschaftliche und die Liebe zum Lesen gewinnen kann.

Ich zähle auf die, BuBla. Und ich zähle auf euch, Jurymitglieder des #BuBla17. Vor allem aber zähle ich auf euch, Leser der Buchblogs und liebe Bloggerkollegen: Votet für die Buchblogger, die unsere Community als Kollektiv der Bücherwürmer repräsentieren sollen.

Mit hocUnb1enannthachtungsvollem Gruß,

 

 

PS: Ach ja! Der Vollständigkeit zu Liebe muss ich euch wohl noch den Link präsentieren, mit dessen Hilfe ihr für mich stimmen könnt.

Ihr mögt meinen Blog? Dann klickt gern hier und stimmt für mich.

 

 

 

 

14 Kommentare zu „Lieber #BuBla17, müssen reden…

    1. Vielen lieben Dank Neyla! Positive Rückmeldung freut mich immer. Tatsächlich hatte ich etwas Sorge, dass einige es nicht gut heißen würden, dass ich den BuBla eben nicht verteufele wie manch anderer – sondern nur den Umgang damit blöd finde. 🙂

      Lg. Bianca

  1. Wenn da nicht am Ende dann doch die Selbstvermarktung käme, könnte ich fast ausnahmslos zustimmen. 😉

    Allerdings hat sich das bubla-Team nun bewusst für dieses Vorgehen entschieden, weshalb ich da eher keine Hoffnung hege, dass es noch besser wird.

    Das Grundproblem des bubla ist, dass es eine reine Marketingaktion ist, die weniger auf Wertschätzung des Buchblogging beruht, denn auf Vermarktung. Das bubla Team möchte seinen Aufwand gering halten, weshalb es eigentlich ein Publikumspreis ist. Die Jury hatte vermutlich wenig Lust sich durch hunderte Blogs zu klicken und daraus eine Vorauswahl zu treffen. Also wird diese Arbeit auf das Publikum umgelegt. Dass das nicht klappen konnte, hätte man sich auch denken können. Hinzu kommt das Voting-System, bei dem jeder unendlich oft abstimmen kann, wenn er denn weiß, wie es geht. Damit wird das Ganze ziemlich absurd.

    Wenn man Kritik mag, könnte man jetzt natürlich sagen, damit entspricht der bubla auch dem Buchmarkt. Qantität über Qualtität. Es ist schließlich ein Geschäft.
    Wenn man etwas freundlicher sein möchte, sagt man, dass es eben die Probleme sind, die so ein Preis, bei der ersten Durchführung halt so hat.

    Ich tendiere dennoch zu ersterem.

    1. Hallo Sascha,

      vielen, vielen Dank für deine Rückmeldung! Entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde – aber ich wollte dein langes und ausführliches Kommentar gebührend beantworten. 😉

      Ja, die böse Selbstwerbung am Ende des Beitrags. Tatsächlich habe ich lange hin und herüberlegt, ob ich es reinnehme oder rauslasse. Zu guter Letzt habe ich mich (offenbar) dafür entschieden, auf meinem Blog für mich selbst zu werben. Aus dem einfachen Grund: Naja… es ist MEIN Blog und wenn ich hier schon nicht für mich werbe wer und wo denn dann? Und zum anderen gehörte es ja schon zum Thema und irgendwie zu so einem Beitrag. Natürlich verstehe ich deine Anmerkung und vielleicht ist der letzte Satz auch mit einem leichten Zwinkern an diese gesamte Aktion zu sehen. 😉

      Außerdem hast du vollkommen Recht: Der Bubla ist Marketing und der Buchmarkt ist ebenso von Marketing und der „Quantität vor Qualität“-Mentalität geprägt wie jeder andere Zweig der Wirtschaft. Es ist immerhin ein Business und keine Kuscheltruppe. Dennoch können wir als Community, die sich für ihr „sozial sein“ rühmt, doch wenigstens versuchen, diese Ehrlichkeit auch in einem Wettbewerb zu leben.

      Für mich persönlich ist der Bubla trotz allem eine tolle Chance, denn ich möchte sehen, wie mein Blog im Vergleich zu meinen Lieblingsblogs ankommt und was ich von ihnen vielleicht sogar noch lernen kann. Und natürlich will ich mehr Lieblingsblogs für mich entdecken und insofern bietet der Bubla doch eine tolle Chance, auch wenn es eine Marketing-Aktion ist.

      Vielleicht muss man als Blogger sowieso immer Marketing betreiben. Die Frage, die ich mir stelle ist: Wie viel, wo liegt die Grenze und ab wann ist es nicht mehr Marketing für meinen Blog, wo ich meine Liebe zum Lesen mit möglichst vielen teilen möchte sondern Bloggen, damit ich IRGENDWAS zum vermarkten und selbstdarstellen habe. Weißt du was ich meine? ^^°

      Liebste Grüße,
      Bianca

  2. „Dass du eigentlich den besten Buchblog suchst, aber es ausgerechnet die Schlechten sind, die sich hervortun. Mit ihrem penetranten Fischen nach Votes, mit ihrem Erkaufen von Stimmen mittels Gewinnspielen, mit ihrem Einfordern von Likes in zahllosen Gruppen auf Facebook.“ – Genau. Und aus diesem Grund habe ich meinen Platz auf der Longlist auch wieder abgegeben – das ganze Fischen nach Stimmen ging mir schon in den ersten Stunden so gewaltig auf die Nerven, dass ich unter keinen Umständen mitmachen wollte.
    Streng genommen, bei all deiner Kritik, hättest du das auch tun können, oder? Ich wünsche dir aber trotzdem viel Glück im Haifischbecken des bubla 😉

    1. Hallo Julia,

      vielen Dank für deine Lieben Worte. 😀

      Du hast vollkommen recht. Ich habe auch überlegt, zurückzutreten. Mich dann aber dafür entschieden, doch im Rennen zu bleiben. Denn wie gesagt: Die Idee des BuBla ist durchaus gut und wenn alle ernstzunehmenden Blogger (wie bedauerlicher Weise du und Saskia von Who is Kafka zum Beispiel) zurücktreten würden (ich zähl mich jetzt mal dreist zu „ernstzunehmenden Bloggern“ ;)), dann blieben doch nur noch die Selbstvermarkter und Stimmenfischer übrig. Damit währe der BuBla dann doch sinnlos und schrecklich. Außerdem sind ja durchaus noch ein paar grandiose Blogger im Rennen und mit diesen möchte ich mit messen – und vielleicht geschieht ja ein Wunder und ich entdecke den ein oder anderen neuen Lieblingsblog auf der Shortlist?

      Ich bleibe einfach optimistisch bis zum Schluss, und wenn alle Sticke reißen – dann kann ich hier auf meinem Blog darüber trauern und du hattest dann Recht und das nächste mal höre ich gleich auf dich. 😀 Doch NOCH gebe ich den BuBla nicht auf. 😉

      Liebste Grüße,
      Bianca

  3. Hallo liebe Bianca,
    danke für deine tolle Meinung zum BuBla. Wir treffen ja so ziemlich die gleiche Meinung wie ich finde. Es ist einfach schade, wie der Buchblog Award, welcher ein großartiges Instrument ist, leider von einigen wenigen Menschen wieder unfassbar ausgenutzt wird. Ich hab auch die Hoffnung, dass wirklich der beste Blog gewinnt, allerdings ist die Frage, wie man „das beste“ messen will? Da wären unterschiedliche Kategorien, wie du sie vorschlägst, schon sehr hilfreich 🙂
    Tolle Ansätze, die du vorschlägst!

    Liebe Grüße
    Philip

  4. Hallo Bianca,
    dieses Fischen nach Stimmen mit Methoden, die mit der Liebe zu Büchern rein gar nichts zu tun haben, stößt mich auch ab. Lese ich, dass es in einem Blog in Zusammenhang mit dem BuBla einen Gewinn gibt, lese ich den Artikel gar nicht erst. Ich habe es leider versäumt, selbst mitzumachen. Ich habe das zunächst bedauert, warte jetzt aber erstmal ab, wie sich die Sache so entwickelt. Wenn es eine Shortlist gibt, bei der ich die Ahnung habe, dass Masse (an Stimmen) und nicht Klasse entscheidend gewesen ist, werde ich auch nächstes Mal nicht teilnehmen, geschweige denn eine Stimme abgeben. Mir hätten verschiedene Kategorien, wie du sie vorgeschlagen hast, auch gut gefallen. Aber ich gehe davon aus, dass dieser Durchgang ein Versuchsballon ist und, wenn es ein zweites Mal geben sollte, sich da noch etwas ändern wird.
    Genau wie Sascha hat mich dein letzter Satz, der den Link zur Abstimmung enthält, ebenfalls irritiert. Ich wünsche dir aber auf jeden Fall mindestens einen Platz auf der Shortlist.
    LG, INa

  5. Hallo Julia,
    Vielen Dank für deine Worte. Ja, tatsächlich habe ich lange hin- und herüberlegt, ob ich (wie einige andere Bloggerkollegin) von meiner Bewerbung zurückziehen soll. Doch während ich den Beitrag schrieb, wurde mir wieder klar, wie toll die Idee eigentlich ist und das der BuBla einige Möglichkeiten für mich als Bloggerin bereithält. Das wollte ich mir trotz einigen (wenigen) „Unfällen“ nicht nehmen lassen.
    Es ist trotz allem negativen eine Erfahrung wert und wie ich erwähnte: Wir als Blogger und Voter gestalten den BuBla entscheidend mit. Wenn alle zurücktreten bleibt am Ende nur noch ein trauriger Rest und ev. die Stimmen-Fischer.
    Egal ob Shortlist oder nicht – irgendwie macht es mir trotzdem Freude. 🙂

    Liebe Grüße,
    Bianca

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