[Buchvorstellung] „Auf immer gejagt“ von Erin Summerill

 

9783551583536

trennline

zitatneu
„Die Pläne haben sich geändert“, sagte ich fest. Ich raffte mein Brautkleid zusammen, damit ich den Fuß in den Steigbügel schieben konnte.
(“Auf immer gejagt” v. Erin Summerill)

klappentextneu

Im Wald kennt Tessa sich aus, er ist ihr Zuhause. Im Dorf jedoch wird sie nur geduldet, obwohl ihr Vater Saul der Kopfgeldjäger des Königs ist. Denn ihre Mutter beherrschte Magie, und die ist in Malam verboten. Als Saul getötet wird, hat die junge Fährtenleserin nur eine Chance auf ein sicheres Leben: Sie muss im Auftrag des Königs den angeblichen Mörder jagen – Cohen, der Gehilfe ihres Vaters. Der Junge, den sie heimlich liebt! Tessas besondere Gabe sagt ihr, dass Cohen schuldig ist. Aber ihr Herz spricht eine andere Sprache.
(Quelle: Carlsen Verlag)

meinungneu

Schon auf der Frankfurter Buchmesse wurde mir „Auf immer gejagt“ von Erin Summerill vorgestellt. Und damals dachte ich mir so: Ja, doch. DAS könnte was werden. Die Geschichte passt genau in mein Beuteschema. Es geht um eine junge Frau, die ihren Weg in die Unabhängigkeit sucht und eigene Entscheidungen trifft, die mit Pfeil und Bogen(!) umgehen kann und es gibt eine tragische und potenziell hoffnungslose Liebesgeschichte – was kann sich das Leserherz der Literatouristin mehr wünschen?

Außerdem galt das Buch als Highlight bei Carlsen, meinem Herzverlag. Was könnte also schief gehen? Naja, potenziell eine ganze Menge: Ist dieses Pfeil und Bogen-Sache nicht mittlerweile etwas zu „Katniss Everdeen“?, wird die Handlung so episch wie ich es erwarte oder handelt es sich dabei wieder nur um eine 0815-Pudding-Story, passt der Schreibstil und sind die fantastischen Elemente geschickt eingebaut oder versteht man 3/4 vom Buch nicht, was abgeht?

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Aber bei  mir ist es oft so, dass mit der Vorfreude auf ein Buch auch immer etwas die „Angst“ mitgeht, dass die Geschichte mich enttäuschen könnte und meine Ansprüche einfach zu hoch waren.

ZUM GLÜCK war dies hier nicht der Fall und meine Hoffnungen wurden waren nicht vergebens.

giphy

Erin Summerills Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und ohne viel Schnörkelei. Als Lesender huscht man geradezu durch die Seiten. Die fiktive Welt, in der „Auf immer gejagt“ spielt ist geschickt in die Handlung verwoben und Namen, Begrifflichkeiten und ähnliches werden innerhalb des Verlaufs erklärt.

Die Handlung ist von Beginn an spannend, und steigert sich im ersten Drittel stetig, erst dann erhalten die Figuren (und Leser) eine kleine Verschnaufpause in Form einiger ruhigerer Seiten – ehe es dann Schlag auf Schlag weiter geht. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Tessa, dem Hauptmann und Cohen webt sich als roter Spannungsfaden durch die ganze Geschichte und man weiß nie ganz genau, wer zu den „guten“ und wer zu den „bösen“ gehört.

Mit Tessa (die, die das Buch auf englisch gelesen haben werden sich jetzt fragen „Wer zur Hölle ist Tessa?“ Dazu findet ihr weiter unten eine Anmerkung.*) hat „Auf immer gejagt“ eine mehr als würdige Protagonistin, deren Charakterentwicklung bereits in diesem Buch beeindruckende Wege geht und mich auf noch mehr davon in den Folgebänden (oder dem Folgeband?)  in dieser Hinsicht hoffen lässt.
Im Vergleich dazu bleiben die meisten anderen Figuren, besonders die Charaktere der „zweiten Reihe“ wie der Hauptmann Omar und seine Soldaten Leif und Tomas etwas auf der Strecke.
Auch Tessas männliches Pendant Cohen wirkt im direkten Vergleich ehr farblos und weniger tiefgründig.

Das empfand ich als etwas bedauerlich, ähnlich wie die Tatsache, wie schnell der zentrale Plottwist zwischen Tessa und Cohen gelöst wird. Hier hätte die Autorin – zumindest für meinen Geschmack – das Ganze ruhig etwas in die Länge ziehen und tiefer bohren können.

28114396Nichtsdestotrotz ist „Auf immer gejagt“ ein verdammt gutes, spannendes Jugendbuch mit dem Potenzial zu einer grandiosen Reihe heranzuwachsen. Ich freue mich schon sehr auf mehr von Erin Summerill!

* Übrigens ist mir bei meinen Recherchen etwas aufgefallen: Im englischen Original „Ever the Hunted“ heißt unsere Tessa scheinbar Britta. Ehm … das ist arg verwirrend – was hatten die Übersetzer bitte gegen den Namen Britta?! Ist der zu „altbacken“? Gerade erleben alte Namen doch ein Revival – und es gibt schlimmere Namen als Britta. Brunhilde oder Gertrud zum Beispiel. 😉
fazitneu

Meine Erwartungen an „Auf immer gejagt“ waren hoch. Und ich bin sehr, sehr froh, dass das meine Erwartungen erfüllt wurden. Der angenehme Schreibstil macht es leicht, der Geschichte zu folgen und die zarte, zauberhafte Liebesgeschichte gibt dem ganzen eine gewisse (aber nicht übermäßige) Romantik.

Ich freue mich auf mehr von Erin Summerill!

viereinhanlherzen

*Affiliate-Link || kauft das Buch über diesen Link und unterstützt den Blog & mich. Oder geht zum Buchhändler eures Vertrauens. ❤

7 Kommentare zu „[Buchvorstellung] „Auf immer gejagt“ von Erin Summerill

  1. Eine super tolle Rezension, es freut mich sehr, konnte dich das Buch so begeistern! Ich kenne die Angst durchaus, zu Hohe Erwartungen an ein Buch zu haben von dem man dann vielleicht enttäuscht wird.

  2. Freu mich auch unglaublich auf das Buch:)
    Bin gespannt wie es mir gefallen wird. Es passt auch perfekt in mein Beuteschema;)

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Ich finde es ein bisschen überflüssig, aber nicht SOOO tragisch. Auf meine Anfrage meinte Carlsen, dass es tatsächlich daran liegt, dass „Britta“ in vielen Köpfen als Name einer Mutti oder Oma gilt und sie mit „Tessa“ suggerieren wollten, dass es sich um eine junge Frau/ ein Mädchen handelt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s