Das Ende für Medimops und Co.?

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Während viele von uns in der Messeblase schwebten und von der Außenwelt kaum etwas bis gar nichts mitbekamen, hat sich die Bundesregierung etwas ganz besonderes überlegt und sorgt damit für ziemliche Furore in der Bücherwelt.

Auf einem Verlagstermin wurden wir dann auf diese „grandiose“ Idee der BRD aufmerksam gemacht. Die Bundesregierung schickte letzte Woche nämlich einen neuen Gesetzesentwurf auf den Weg, der die Reglungen für den Weiterverkauf von Printbüchern stark verschärfen soll.

UnbenanntIm Klartext heißt das: Ähnlich wie bei E-Books wird der Weiterverkauf und die Vermietung von Printbüchern erheblich strengeren Statuten unterlegt. Ähnlich wie bei den elektronischen Büchern, soll der Weiterverkauf und die Vermietung (und damit auch der Verleih in Büchereien und Bibliotheken) grundsätzlich verboten werden. Das Urheberrecht soll dementsprechend ebenfalls verschärft und an den geplanten Gesetzesentwurf angepasst werden.

Grund dafür ist der Anstieg der Prozente des nationalen E-Book-Marktes. Dort gelten bereits seit einiger Zeit sehr strenge Reglungen das Copyright-Gesetz betreffend, an diese soll  sich die Gesetzeslage im Bezug auf klassische Bücher nun annähern.
Ein weiterer Grund ist, dass es immer wieder zu enormen Preisschwankungen im 51XRP3kdGNL._SX319_BO1204203200_Privatverkauf von gebrauchten und vergriffenen Büchern gibt. Z.B. gingen vor wenigen Wochen TB-Exemplare von „Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ von J. K. Rowling für über 200,00€ über den privaten Ladentisch. Das Buch kostete ursprünglich keine 5,00€. (zB. *hier*)
Dadurch kommt es zu enormen Einnahmen von am Buch als solches nicht beteiligten Dritten und dementsprechend zu Verlusten für Autoren und Verlage, und damit auch der Bundesregierung selbst.

Buchhandlungen sind als direkte Händler nicht betroffen, sehr wohl aber Zwischenhändler wie Medimops, Buch24 und so weiter. Denn der Weiterverkauf von Büchern durch Dritte (und das Erzielen von Gewinn durch ebendiesen Verkauf) wird somit praktisch zu einer Straftat – was für sämtliche Online- aber auch Offlinebuchflohmärkte wohl das Ende bedeutet. Wie genau das Gesetz auf Secondhand-Läden und ähnliches angewendet werden soll, ist noch nicht bekannt. Vielleicht wandern Bücher dann einfach von den Auslagen unter den Ladentisch und es entsteht sowas wie ein „Bücherschwarzmarkt“ … was irgendwie cool klingt. (Aber ich würde natürlich NIE etwas illegales gutheißen!)

Für Büchereien und Bibliotheken erweist sich dieser neue Gesetztes Entwurf ebenfalls als problematisch, da sie Bücher gegen einen Mitgliedsbeitrag o.ä. an Kunden verleihen und dementsprechend ebenfalls Profit daraus erwirtschaften. Hier ist eine Lizenzgebühr geplant, die von entsprechenden Institutionen getragen werden soll (ähnlich wie bei der Onleihe, dem Online-Portal für E-Book-Verleih). Während diese für große Bibliotheken wohl kein Problem darstellen werden, werden gerade ländliche Büchereien & Schulbüchereien diesen Betrag unter Umständen ohne die Hilfe durch Investoren oder Spenden nicht begleichen können und müssen ihre Mitgliedsbeiträge stark anheben. Damit kann sich dann eben nicht mehr jeder einen Büchereiausweis leisten und das Lesen wird wieder zu einem Hobbie für die Elitären – wie im guten alten Mittelalter.

Natürlich hat der Gesetztesentwurf nicht nur Nachteile. Die Vorteile gehen zu Gunsten der Verlage, Autoren und anderen an der Entstehung und Publikation von Büchern Beteiligten. Außerdem werden damit die teilweise lächerlich hohen Preise von vergriffenen Büchern unterbunden.

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Noch ist der Gesetzesentwurf nicht mehr als ein Entwurf, sollte er aber durchkommen, wird sich in der Literaturlandschaft Deutschland so einiges ändern… Die Meinung von Ramona aka Kielfeder könnt ihr hier nachlesen: Neues Urheberrechtsgesetz

Liebst,unterschrift

 

 

Quelle: www.bundesregierung.de

15 Kommentare zu „Das Ende für Medimops und Co.?

  1. Gut gemacht und sehr überzeugend – bin fast drauf reingefallen – der vorherige Kommentar hat mich daran erinnert, das ja heute der 1. April ist.
    Wie bereits erwähnt – habt ihr gut gemacht (sehr guter Artikel).
    Ede 🙂 😉

  2. Oh man, erst nach dem Lesen nochmal auf’s heutige Datum gesehen. 😀 Man, ich hatte kurz richtig Angst. 😀 Sehr gute Aktion, die gerne teilen werde. 😉

    Liebe Grüße
    Kathleen

  3. Ich habe gerade schon bei Ramona einen Kommentar hinterlassen, aber auch hier möchte ich noch einmal betonen, wie schwachsinnig ich diesen Vorschlag finde!

    Zu deinem Beispiel: Die Verlage sind doch selbst Schuld, dass ‚Phantastische Tierwesen …‘ so teuer gehandelt wurde. Wäre es nicht so lange vergriffen, sonder schneller nachgedruckt worden, wäre niemand auf die Idee gekommen 200 Euro dafür auszugeben. (Dabei muss jetzt gar nicht mal unbedingt Carlsen Schuld haben, vielleicht hat der Originalverlag/J.K. Rowling die Rechte lange Zeit nicht wieder frei gegeben.) Und die Anzahl der Leute, die das Buch für 200 Euro tatsächlich gekauft haben, dürfte wohl verschwindend gering sein im Vergleich zu denen, die das Buch jetzt, da es wieder verfügbar ist, neu im Laden erwerben.

    Der ganze Gesetz ist ein Witz, der der Buchbranche meiner Ansicht nach mehr schaden als nutzen wird. Ich habe dafür absolut kein Verständnis. Was ich gekauft habe, muss ich auch wieder verkaufen dürfen! Und zwar für weniger Geld, schließlich kaufe ich auch keine gebrauchten Bücher zum Originalpreis. Die einzige Ausnahme, die ich für sinnvoll erachte, sind digitale Inhalte, weil ich diese problemlos kopieren und mehrfach verkaufen könnte. Mein gedrucktes Exemplar kann ich aber gar nicht mehr als einmal weiterverkaufen.

    Ich hoffe sehr, dass dieser Entwurf abgelehnt oder zumindest noch einmal gründlich überarbeitet wird, sonst wird man sich einen teuren Buchkauf vielleicht zukünftig dreimal überlegen.

  4. WTF!? Das ist ein Aprilscherz? Was seid ihr doch fies! Ich rege mich hier voll auf, krieg einen halben Herzinfarkt, überlege mir schon fast, wie man eine Gegenpetition startet und dann ist das alles nur ein Scherz!? Von dem Schock muss ich mich jetzt erst einmal erholen! In Zukunft überlege ich mir dreimal, ob ich deinen Blog lese. 😛

  5. Hallo Bianca, heute schon auf den Kalender geguckt😂 Wünsch Dir einen schönen 1.April☀️📖☕️ Viele Grüße Michael🤓

  6. Haha, ich wäre fast drauf reingefallen 😀 Ich bin auch nur durch den ersten Kommentar drauf gekommen, dass heute ja der 1. April ist. Richtig lustige Aktion und voll die gute Idee.
    LG, Medea

  7. Oh mein Gott ich bin total drauf reingefallen und wollte hier gerade rumheulen und dann sehe ich diese Kommentare – Puh! 😂 ich weiß nicht wie ich jetzt mit dir umgehen sollen 😂😂😂

  8. Oh mein Gott, ich bin auch voll drauf reingefallen. Habe es schnell im Büchertreff gepostet.
    Erst danach viel mir ein, was wir heute für ein Datum haben. Aber ehrlich, in dem Fall bin ich gerne das Opfer eines Aprilscherzes. Das wäre ja unglaublich gewesen. *immer noch ein bisschen aufgeregt bin*
    Aber zumindest *kompliment* einer der besten Aprilscherze, die ich erlebt habe.
    *immer noch schweißperlen auf der stirn*

  9. Ich hätte es ja fast geglaubt!
    Wobei ich es für eher schwachsinnig gehalten habe. Aber wie wir unsere Gesetzgebung kennen, kommt da öfter mal schwachsinniges vor, weshalb es gar nicht sooo abwegig gewesen wäre.

    Wirklich eine tolle Idee von euch! 😀
    Liebste Grüße
    Kate ♥

  10. Achherje, fast hätte ich wirklich geglaubt, dass das stimmt mir Gedanken gemacht, wie ich Bücher dann los werde! Mein Herz, eh.
    Vor allem, weil ich einiges gebraucht kaufe und Panik bekommen habe. Ich glaube jetzt bin ich erstmal 30+ 🙈

    Sehr gelungen.

    Liebe Grüße,
    Anna

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