[Märchenwoche] Tag 1 – Märchen aus aller Welt

Hallo, liebe Märchenfreunde & Willkommen!

banner_800px8bsv8

Endlich ist es soweit: Die Märchenwoche beginnt! Ich darf sie einläuten und deshalb heiße ich euch alle ganz, ganz herzlich Willkommen!

Die Brüder Jacob und Wilhelm sind weltweit bekannt für ihre Märchensammlungen aus Deutschland. Wir sind praktisch DAS Land der Märchen – aber auch andere Länder können wundervolle, märchenhafte Geschichten vorweisen. Heute stellte ich euch meine ganz persönlichen drei Lieblingsmärchen aus anderen Ländern vor. Wir reisen nach Schottland, Norwegen und Japan. Kennt ihr Märchen aus anderen Ländern? Wenn ja, welche? Und haben euch die Märchen, dich ich euch gleich vorstelle, gefallen? Welches findet ihr am schönsten? Ich würde mich rießig über ein Kommentar freuen! 🙂

Jetzt wünsche ich euch aber erst einmal viel Spaß mit den Märchen aus aller Welt:

trennlineSchottland

In einem Fischerdorf namens Scouri lebte einst eine Sturmhexe, die den Fischern einen Ihn genehmen Wind herstellte und diesen an die Fischer und Kapitäne der Fischerboote verkaufte, die dadurch reiche Fischgründe erreichen und so einen guten Fang machen konnten. Um dem Wind ihren Willen aufzuzwingen  musste sie sich auf den höchsten Punkt über der Bucht stellen, von dort mit ihrem Zauberstab in die erwünschte Himmelsrichtung zeigen und einen gälischen Zauberspruch, einen „Geasan“, rezitieren.

Davon konnte sie ihren Lebensunterhalt gut bestreiten.

Eines Tages kam ein Kapitän zu ihr, denn er wollte unbedingt einen Ostwind haben. Sie machte für ihn einen Ostwind, aber der Kapitän wollte nicht bezahlen denn, so sagte er, der Wind hätte sich auch ohne ihr Zutun  auf Ost gedreht und er eilte zu seinem  Schiff, um in See zu stechen. Die Hexe war empört über die Frechheit des Kapitäns und eilte auf den Hügel. Als sie sah, dass der Kapitän mit dem Ostwind aus dem Hafen segelte, Hob sie ihren Zauberstab und gebot dem Wind zu drehen. Dadurch wurde das Schiff auf die Klippen gedrängt, und zerschellte. Der Kapitän und die Mannschaft konnte  gerettet werden und der Kapitän schwor,  nie mehr die Sturmhexe zu betrügen. Niemand im Fischerdorf traute sich zukünftig, den Versuch zu machen, die Hexe zu verärgern.

trennlineNorwegen

Ein Ehepaar hatte einen Sohn, der keine Lust hatte, irgendetwas zu tun. Er saß immer nur da und puhlte in der Asche. Eines Tages fragte ein Schiffer, ob der Junge nicht Lust hätte, bei ihm in die Lehre zu gehen und ferne Länder zu sehen und der Junge stimmte zu.

Irgendwann wurde das Schiff bei einem Sturm an eine unbekannte Küste getrieben. Der Junge erkundete die Insel und bald fand er ein schimmerndes Schloss namens Soria-Moria. Das Schloss war scheinbar leer, doch in einem Zimmer entdeckte er eine Prinzessin.

Sie wurde von einem dreiköpfigen Troll bewacht. Der Junge griff nach seinem Schwert und schlug ihm mit einem Hieb alle drei Köpfe ab. Die Schwester der Prinzessin wurde von einem sechsköpfigen Troll bewacht. Auch diesem schlug der Junge die Köpfe ab. Die dritte und jüngste der Prinzessinen wurde von einem neunköpfigen Troll bewacht, doch der Junge bewies Mut und schlug ihm alle neun Köpfe ab.

Zum Dank durfte der Junge die Jüngste, die ihm besonders zugetan war; zur Frau nehmen. Doch er gestand ihr zugleich, dass er Heimweh hatte. Die drei schenkten ihm schöne Kleider, steckten ihm einen Ring an und ermahnten ihn, den Ring nicht zu verlieren, denn er würde ihm den Weg zurück weisen. Und kaum, dass der junge Held seufzen konnte »Ach wäre ich doch zu Haus«, ist er auch schon dort.

Die Eltern erkannten ihn erst nicht, doch als er anfingt, wie früher in der Asche zu puhlen, sahen sie, dass sie ihren Sohn vor sich hatten. Doch der Junge war eitel geworden und brach vielen Mädchen das Herz, da schlich sich die Prinzessin, als sie davon hörte, nachts in seine Kammer – und stahl den Ring, der den Jungen zurück zu ihr geführt hätte.

Doch seine Sehnsucht nach der jüngsten Prinzessin und dem Soria-Moria-Schloss war so groß, dass er sich auf die Suche machte. Mit Hilfe des Westwinds erreichte er das Schloss gerade noch rechtzeitig, denn die jüngste Prinzessin, seine Braut, sollte an diesem Tag mit einem anderen Mann vermählt werden. Er erklärte der Prinzessin seine Liebe und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Zeit.

trennline

China

Orihime, die Tochter des Himmelsgottes, war eine fleißige Weberin. Aber sie war auch einsam und darüber sehr unglücklich. Sie wurde so traurig, dass sie nicht mehr weben konnte. Um seiner Tochter zu helfen und ihr etwas Abwechslung von der Arbeit zu geben, wurde sie von ihrem Vater mit dem Rinderhirten Hikoboshi verheiratet. Sie waren so verliebt, dass beide darüber ihre Arbeit völlig vergaßen – Hikoboshis Rinder wurden krank und Orihimes Vater, der Himmelsgott, bekam keine neuen Kleider mehr. Darüber war er so erbost, dass er Hikoboshi auf die andere Seite des großen Himmelsflusses (der Milchstraße) verbannte. Weil sie aber vor Kummer immer noch nicht arbeiten konnten, und deshalb der Himmelsgott noch immer keine neue Kleider bekam, zeigte er Erbahmen und gestattete den Liebenden sich einmal im Jahr treffen und diese Nacht gemeinsam zu verbringen – an Tanabata.Wenn es an diesem Tag regnet, ist der Fluss zu breit und zu tief und kann nicht überquert werden.

trennline

Morgen geht es weiter beim Bücherchamälion! Sie stellt euch die Märchenfiguren vor, die kein Happy-End bekommen haben. Schaut vorbei! Übrigens solltet ihr euch die 8 Buchstaben gut merken, wenn ihr am Finaltag der Märchenwoche euer Glück versuchen wollt.<3

Märchenhaft,

eure

 

 

13 Kommentare zu „[Märchenwoche] Tag 1 – Märchen aus aller Welt

  1. Hey,

    Märchen sind im Grunde nichts, was ständig bei mir präsent ist. Aber immer wenn mir das Thema irgendwo begegnet, sei es in Büchern oder auf Blogs usw. stelle ich fest, dass es doch eigentlich ein super spannendes Thema ist, über das man wunderbar reden kann.

    Aus diesem Grund bin ich sehr neugierig auf die Märchenwoche und denke hofentlich daran, alle Beiträge zu verfolgen!

    Um deine Eingangsfrage zu beantworten: Am präsentesten sind mir schon die Grimmschen Märchen, aber mein absolutes Lieblingsmärchen ist „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen und damit ist es eindeutig dänisch 😀

    Ich find die vorgestellten Märchen schon sehr interessant, weil sie schon anders sind, als die, die ich sonst so kenne. Aber wenn ich wählen müsste, würde ich doch wohl bei den deutschen Hausmärchen bleiben 😀

    Liebe Grüße und danke für den gelungenen ersten Beitrag! 🙂

    1. Hallo Julia 😀

      Ja, die deutschen Märchen sind schon etwas ganz besonderes! Ich fand „Des Kaisers neue Kleidung“ immer sehr lustig und die Lehre, die man daraus ziehen kann, ist sehr wichtig!

      Liebe Grüße,
      Bianca

  2. Eigentlich wollte ich es doch noch vor Mitternacht schaffen deinen Beitrag zu lesen, aber auch jetzt war es schön deine ausgewählten Märchen kennen zu lernen. Ich kannte bisher keines davon und kann mich gar nicht entscheiden, welches mir am besten gefällt. Ich glaube, dass das norwegische Märchen mir am meisten zusagt.

    Ein toller Beitrag und ein wundervoller Start in unsere Märchenwoche. ♥

    Liebe Grüße
    Patty

    1. Hallo, liebe Patty ❤

      Ja, das norwegische Märchen ist schon toll! Ich mag die Vorstellung, dass aus dem faulen Trottel doch ein Held wird und dass er praktisch von der Liebe geleitet seinen Weg zu der Prinzessin findet 😀 Und Trolle sind cool 😉

      Danke für deine Lieben Worte, du hast die Woche mit deinem Beitrag noch viiiiiel besser gemacht und ich wette, sie wird wundervoll! ❤

  3. Ich lese immer mal gern Bücher, die Märchen neu interpretieren — und ich schaue mir auch „Once Upon A Time“ an. 😉 An Weltmärchen finde ich Indianererzählungen sehr interessant — ich müßte irgendwo noch ein Buch haben… Von Deinen vorgestellten Märchen finde ich das aus China am besten (wenn ich denn überhaupt wählen muss…). Allein die Namen haben es mir angetan — Orihime… Das klingt doch fast wie ein Gedicht, oder?

    Liebe Grüße,
    Birgit

    1. Hallo, liebe Birgit.
      Ja, er ist schön oder?! Hime ist japanisch und bedeutet Prinzessin – es passt doch wundervoll zu ihr.
      Das Märchen aus China ist auch mein liebstes Märchen ^-^

      Liebe Grüße,
      Bianca

  4. Hallo meine wunderbare Fuchsschwester!
    Das chinesische Märchen klingt ja wundervoll! Bei „Weberin“ waren bei mir direkt die Alarmglocken an ;D

    Die aus Norwegen und Schottland kommen mir bekannt vor, die habe ich vielleicht schon einmal gelesen – was für ein toller Beitrag ♥

    1. Hallo, liebste Fuchsschwester ❤

      Ja, an die Weberin aus Reckless musste ich auch denken. 😉 Aber leider ist das Märchen um das goldene Garn von Cornelia frei erfunden – ich habe extra bei ihr nachgefragt, weil ich einfach kein Märchen um das Garn gefunden habe! xD
      Dabei hätte ich so gerne ein Märchen darüber gelesen – aber das müsste erstmal geschrieben werden. ^^

      Liebste Grüße,
      Bianca

  5. Hey Bianca 🙂
    Ich finde deinen Beitrag richtig, richtig toll! Das erste Märchen hat mich total an die grobe Handlung von „Salt & Storm“ erinnern, falls du das gelesen hast…geht auch um Meerhexen, die den Seefahrern Dienste erweisen. Aber ist dann doch etwas anders 😉
    Das norwegische Märchen fand ich auch richtig cool 🙂 Ach…ist schon eine tolle Idee mit dieser Märchenwoche, auch wenn ich voll zurückhänge…was solls 😉
    Ich kennen zugegebenermaßen nur noch die Märchen von Hans Christian Andersen…naja..und die von Grimm eben 😉 Manchmal glaube ich es kaum, dass all diese berühmten Geschichten ihre Wurzeln hier bei uns haben…
    Ganz liebe Grüße,
    Julia

    1. Hallo, liebe Julia

      Vielen Dank, es freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt – ich hoffe, du schaust auch mal bei den anderen Mädels vorbei (falls du das nicht schon getan hast)
      Hans Christian Andersen ist natürlich ein sehr bekannter „nicht-deutscher“ Märchenerzähler, ebenso wie Charles Perrault, der z.B. „Ritter Blaubart“ (mein absolutes Lieblingsmärchen!!! <3) und Rotkäppchen erfunden, bzw. weitererzählt hat.

      Und du hast total recht!!! Es ist wundervoll, dass wir in dem Land leben, dass die großartigsten Märchen hervorgebracht hat. Ich wohne in einer stark bewaldeten Region und falls irgendwo böse Wölfe, Hexen und andere Märchen wohnen – dann irgendwo hier 😉

      Viele Grüsschen,
      Bianca

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s