Schluss mit Rezensionsexemplaren?

Hallo, liebe Leseratten.

Vor einigen Tagen trat die Gratisaktion von Amazon und Bastei Lübbe eine kleine bis mittelgroße Lawine los, die nun unter Umständen Folgen für die Buchbloggergemeinde nach sich ziehen könnte.

reziex

Und zwar haben Amazon und der Bastei-Lübbe-Verlag Anfang des Jahres „Iluminati“ von Dan Brown gratis angeboten – zumindest für alle, die zum ersten Mal die Kindle-App herunterladen. Der bereits millionenfache Beststeller stieg durch diese Aktion aus der Versenkung mitten in die Top 50 der Kindle-Charts, und die Leser fanden die Gratisaktion super – weniger begeistert waren allerdings die Buchhändler. Die Buy-Local-Initiative (Das ist ein Zusammenschluss von Einzelhändlern, die sich für den Erhalt von Geschäften und Innenstätten aussprechen. Doimagesrt sind über 600 Buchhandlungen vertreten) beendete sogar ihren Vertrag mit dem Verlag, da dieser den Onlineriesen derart unterstützt.

Sicher versteht ihr das Problem: Amazon ist sozusagen der Grund, warum es eine Initiative wie Buy-Local geben muss und der Onlineversand für alles ist eine harte Konkurrenz für die Geschäfte in Innenstädten.

logoDoch wieso stellt das unter Umständen das Ende von Rezensionsexemplaren dar? Ganz einfach: Die deutsche Buchhandelsgenossenschaft eBuch hat jetzt eine Abmahnung sowohl gegen Amazon als auch gegen Bastei Lübbe ausgesprochen, denn – und hier kommt der Knackpunkt – solche exklusiven Gratisbuchaktionen verstießen gegen die Buchpreisbindung.

Das Gesetz regelt nämlich klar, dass für alle Bücher, die an Letztabnehmer (also Leser) verkauft werden ein klar geregelter Preis gilt, an den sich alle (Buchhandlung, Verlag, Onlineversand) halten müssen. Es gibt zwar Ausnahmen, wie z.B. Mängelexemplare … aber das würde den Rahmen sprengen.

UnbenanntAmazon und Bastei-Lübbe haben demnach gegen bestehendes Gesetzt verstoßen, denn mit der Gratisaktion haben sie praktisch 100% des vorgegebenen Preises unterschritten. Bis jetzt hat man den Paragraphen ( § 3 des Buchpreisgesetztes, für die Jurastudenten unter euch) so ausgelegt, dass das Verschenken von Büchern durchaus erlaubt sei.

Sollte es allerdings zu einem Prozess kommen und entschieden würde, dass das Verschenken von Büchern, die der Buchpreisbindung unterliegen, verboten ist, kann dies zum Ende von Rezensionsexemplaren und auch Gewinnspielpreisen (die ja auch irgendwie „verschenkt“ werden) führen.

Das wäre natürlich blöd für viele Buchblogger und andere Rezensenten, aber auch viele Aktionen aus der Buchbranche und von Internetseiten, die Leseexemplare gratis vergeben könnten darunter leiden, wenn die ganze Geschichte vor Gericht landen und Amazon und Bastei-Lübbe als Schuldig befunden würden. Zahlreiche, seit Jahren pratizierte Marketing-Aktionen wären damit schlagartig illegal und das würde die Buchbranche ziemlich durcheinander wirbeln…

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Wie seht ihr das? Findet ihr eine Klage gerechtfertigt oder überzogen? Was haltet ihr von den möglichen Konzequenzen? Und wie würdet ihr damit umgehen? Fändet ihr es schlimm, wenn man den Buchbloggern, die Rezensionsexemplare „streichen“ würde? Immerhin erhalten wir, im Gegenteil zu den meisten anderen Themen-Bloggern, keine Bezahlung für unsere Bloggerarbeit. Andererseits fände ich es jetzt nicht sooo schlimm, wenn man mir den Zugang zu Gratisbüchern verwehrt – schließlich blogge ich ja nicht für Bücher umsonst, sondern um meine Liebe zu Büchern und zur Buchwelt mit euch zu teilen. 😀

Außerdem: Findet ihr solche Artikel interessant? Ich habs versucht, verständlich zu schreiben, aber das ist alles ziemlich kompliziert. Hoffentlich steigt man durch… 😉

Ich bin gespannt,

Unterschrift

 

 

32 Kommentare zu „Schluss mit Rezensionsexemplaren?

  1. Hm also ich habe die Diskussion auch schon mitbekommen und muss sagen du hast natürlich Recht wenn du sagst man bloggt nicht wegen der Reziexemplare. Das stimmt natürlich und ist bei mir auch nicht anders, allerdings sind die Reziexemplare das einzige mit dem die Buchbrance die Werbung die wir Blogger machen auch nur ein wenig honoriert. Im Gegensatz dazu werden in anderen Bloggerszenen ja bares Geld oder Reisen etc vergeben. Ich muss also sagen: ja ich wäre enttäuscht und auch sicher ein wenig wütend wäre das ganze nun vorbei. Denn es war jedes Mal auch ein wenig Stolz und Zufriedenheit dabei wenn ein Verlag meine Arbeit als Blogger als so gut angesehen hat das er mit seinerseits etwas zur Verfügung stellt.

    LG Carina

    1. Da triffst du den Nagel auf den Kopf, Carina. Das war nämlich auch mein Gedanke. Schließlich werben wir ja für die Bücher, damit auch für den Verlag, den Autor und den ganzen Rattenschwanz der daran hängt.
      Allerdings ist es ja nicht die Schuld der Verlage, das muss man auch mal sagen…. aber wir werden wohl einfach mal abwarten müssen, was da noch kommt.

      Grüsschen,
      Bianca

  2. Hallo,

    die Diskussion um diese Aktion habe ich auch schon mitbekommen. Dass ein entsprechendes Urteil aber solche Konsequenzen haben könnte war mir gar nicht bewusst.

    Daher danke für diesen informativen Artikel.

    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Freut mich, wenn dir der Artikel gefallen hat, Julia (dein Nickname ist übrigens grandios <3)

      Ja, ich bin gestern drüber bei den Recherchen drüber gestolpert und ich war etwas erschrocken, wie das alles zusammenhängt ^^

      Grüße,
      Bianca

  3. Hallo, Bianca 🙂

    Ein interessanter Artikel – danke dafür! Also, ich seh‘ das so:

    Vordrucke, Lese- und Rezensionsexemplare gibt es doch schon immer, oder? Mal abgesehen von uns Bloggern gehen diese ja schon seit jeher an Buchhandlungen, Zeitungen und Kritikern raus. In der Regel umfasst das eine Auflage, die separat gedruckt wird und von daher nie zum Kauf vorgesehen wurde. Dementsprechend fällt es mir schwer, zu befürchten, dass das tatsächlich abgeschafft werden würde. Und die Buchhandlungen der Buy-Local-Organisation haben doch bestimmt auch schon Gewinnspiele veranstaltet. Schießen die sich damit nicht selbst ins Bein?

    Ich find’s auch ziemlich lächerlich, dass jetzt so dagegen vorgegangen wird. Gratisaktionen gab es vorher auch schon, ebenso Rabatte und Sonderangebote. Die findet man in jedem Geschäft, auch in Buchhandlungen. Und seien wir mal ehrlich – ein Buch, das sich bei ihnen seit Jahren nicht mehr verkauft, hat bei dieser Gratisaktion wohl kaum für Verluste gesorgt.

    Sollte allerdings der Schlimmstfall eintreten, fände ich das natürlich schon traurig. Ich würde bestimmt nicht mit dem Bloggen aufhören, würde es vorübergehend auch ganz nett finden, mich tatsächlich mit meinem SuB zu befassen, aber ärgern würde es mich schon. Ich weiß, wir Literatur-Blogger sind ja sooo nobel und wollen ja alle kein Geld, aber Fakt ist: wir machen kostenlose Werbung für Verlage, Buchhandlungen und Autoren. Wir investieren Zeit, die wir teilweise gar nicht haben in unsere Blogs und haben es genauso verdient, dafür entlohnt zu werden, wie JEDER ANDERE BLOGGER im Netz, der das Gleiche nur für andere Produkte oder Branchen tut. Wir lassen uns sowieso schon oft genug mit irgendwelchen Aktionen verarschen, bei denen Hunderte Werbung machen und eine Handvoll dafür entlohnt wird 😉 ich falle ja selbst immer drauf rein, aber leugnen kann man das nicht.

    Wie gesagt, mein Blog ist meine Leidenschaft und der Verlust der RE würde mich nicht davon abhalten, diesen weiterzuführen. Ich kaufe mir auch jetzt noch genug Bücher, lasse mich beschenken oder tausche wie wild. Nichtsdestotrotz finde ich, dass wir für unsere Arbeit etwas verdienen, also hoffe ich, dass wir nicht darauf verzichten müssen.

    Lieben Gruß

    Rica

    1. Sehe ich genau wie du Rica, jeder andere Blogger (sei es Beauty oder auch Mamablogger, bekommen sogar Geld, wenn sie ein Produkt vorstellen, da ist so ein Gratisbuch für 10-20 € ja gar nichts gegen. Ich fände es zwar schade, wenn es keine Reziexemplare mehr geben würde, aber ich blogge nicht, wegen der Rezensionsexemplare. Auch ich kaufe noch ganz viele Bücher von meinem eigenen Geld und es gibt ja immer noch die gute alte Bücherei 🙂
      Lieben Gruß
      Miriam

      1. Genau! Uns wird kaum der Lesestoff ausgehen oder die Lust am Bloggen, aber es ist das Einzige, das wir kriegen – und das haben wir uns verdient.

  4. Ich hatte die Diskussion auch schon mitbekommen und wenn das worse case szenario eintritt, schießen sich die Büchhändler doch selbst ins nie. Es ist dann ja nicht nur Schluss mit Rezensionsexemplar für Blogger und Journalisten sondern auch mit Leseexemplaren für Buchhändler! Oder sehe ich das falsch? Lese- und Rezensionsexemplare sind teilweise auch eigene „Auflagen“ bzw. Vorabexemplare und das Buch, was hinterher wirklich auf den Markt kommt, kann nochmal ein verändertes Cover haben und hat dann auch einen Klappentext, was die Reziex. nicht haben, da dort ja auch oft die Marketingstrategien draufgedruckt sind – als Information für die Buchhändler. Ich finde die ganze Aktion etwas übertrieben. Ja in Deutschland gibt es eine Buchpreisbindung und die finde ich auch gut ABER auch Elektronikmärkte etc. haben genauso wie Buchhandlungen mit den Onlineshops insbesondere Amazon zu kämpfen. Den auch dort hat Amazon teils bessere Preise, und die beschweren sind nicht und überlegen sich, wie sie in den Konkurrrenzkampf gehen…

  5. Ich sehe das relativ entspannt, denn letztendlich bliebe ja die Möglichkeit der Leseexemplare, die als solche auch gekennzeichnet sind und damit meine ich nicht unter die Buchpreisbindung fallen.
    Wir werden aber letztendlich nicht umhin kommen, die Entwicklung weiter zu verfolgen und abzuwarten.

    Das Theater kann ich aber nicht so ganz nachvollziehen, da es sich ja nun schon um ein älteres Buch handelt und ich nicht sehe, daß dadurch den Buchhändlern ein Verlust entstanden sein soll….

    Liebe Grüße
    Kerstin

  6. Hey,
    Der Artikel ist super- verständlich und nachvollziehbar!
    Ich bin aus Prinzip gegen E-Books, da sie meiner Meinung nach die Buchpreise total kaputt machen (Preisbindung?) und trotzdem heisst es ja immer, die seien zu teuer…aha?
    Ich beziehe auch Rezensionsexemplare, inzwischen sogar mehr, als ich kaufe. Da die Verlage ein festes Pressekontingent haben, gehe ich davon aus, dass die schon wissen, wie sie diese Exemplare in den normalen Verkaufskosten unterbringen müssen (ich kauf ja auch noch, so ist das nicht), aber Bücher einfach zu verschenken weil man sich ein Gerät kauft? Die Musik und Filmeindustrie machen es ja vor. Es ist falsch. Aber bequem. Es ist normal geworden. Leider.
    Lg Louisa

  7. Also ich hab jetzt keine Ahnung von der Rechtsgrundlage und bin auch nicht in die Diskussion eingearbeitet, aber bei der Preisbindung geht es ja um verkaufte Bücher, das ist doch was anderes als ein Gewinnspiel oder Reziexemlare… Das eine dreht sich um den allgemeinen Preis einer gesamten auflage, das andere um eine spezielle Stückzahl und dazu kommt ja noch das reziexemplare oft extra gekennzeichnet sind und nicht verkauft werden dürfen. Damit würde ich sagen, sie fallen nicht unter die buchpreisbindung.
    Also ich fände es doof und unlogisch wenn die Aktionen verboten werden würden. Irgendwie muss man doch werben

    Liebe Grüße
    Lena

  8. Ich finde es für die Indie-Autoren mal wieder einen schrecklichen Schlag. Die Rezi-Exemplare (und Gewinnspiele) sind für manch einen die einzige Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen und die ersten Rezensionen zu bekommen. Ohne diese Möglichkeit bleibt nicht mehr viel.

    1. Genau das war einer meiner ersten Gedanken, denn die großen Verlage haben ihre Anhänger, klar wäre es für alle ein Rückschlag, aber die ganzen SP stehen dann mal wieder im Schatten. Klar Werbung machen können sie immer noch, aber sind wir mal ehrlich viele sind doch sowieso schon kritisch gegen über den Indie-Autoren. Mit den Rezensionsexemplare hatten sie wenigstens die Chance ihre Geschichten und Werke an die Leser zu bringen, denn so konnten man sich schon mal ein Bild davon machen was einem erwartet, wenn der Lieblingsblogger es schon gelesen hatte. Drücken wir ganz fest die Daumen, dass es nicht ganz abgeschafft wird, aber vll schafft man es ja einen Mittelweg zu finden, dass so große Aktionen einfach von Amazon und Verlage nicht mehr uneingeschränkt vertrieben werden können (evtl. mit einem Limit, wie es meistens auch bei den Rezensionsexemplare gemacht wurde).

  9. Da laut Gesetz eBook gar kein Buch ist, deswegen auch 19% MwSt, sondern eine Datendienstleistung, ist es der stationäre Buchhandel, der sich mal wieder total albern verhält.

  10. Toller Beitrag von dir! Ich kann den anderen Bloggern hier nur zustimmen. natürlich rezensiere ihr Bücher, weil es mir Spaß macht. Aber die Mühe und Arbeit sollte auch anerkannt werden

  11. Ich finde, die Diskusion wird übertrieben aufgebauscht. Es ist ne Wettbewerbsfrage – vermutlich hätte Buy Local gerne Schilder aufgestellt, auf denen sie das Buch gratis anbieten. Der Knackpunkt ist: Das Buch war nur auf Amazon gratis – wenn ich das richti verstanden habe, bei anderen (Online-)Buchhändlern nicht. Es hat nicht überall den gleichen Preis gehabt.

    Und Reziexemplare sind eigentlich Buch gegen Leistung, finde ich 😛 Aber.. die Frage, warum manche Agenturen/Firmen viel Geld für Blogbeiträge zahlen, während das unter Buchbloggern noch nicht intenstiv betrieben wird, habe ich mir auch schon gestellt.

    Der Initiative Buy Local scheint die Klage ohnehin wenig zu nützen…

  12. Rezensionsexemplare fallen nicht unter das hier geschilderte Szenario, das ist Anschauungsmaterial für Presse und Handelspartner und hat mir der Buchpreisbindung bzw. dem Verkauf gar nichts zu tun.

    Was Reziexemplare für Blogger angeht: Die wird es weiter geben, wenn die Blogs gute Rezensionen liefern und eine gute Reichweite haben 🙂 … aber die Verlage gucken allmählich besser hin, ob sich hier und da ein Reziexemplar auch lohnt.

    Ansonsten kann ich das verstehen, dass der Buchhandel sauer reagiert – wenn sowas gemacht wird, müsste das auf allen Handelsplattformen angeboten werden als Aktion. Ansonsten wird ein Handelspartner bevorzugt, das ist unfairer Wettbewerb, nicht umsonst gibt es die Buchpreisbindung, welche ich sehr gut finde (wenn die fällt, bekommen wir auch so miese Billig-Taschenbücher wie in den USA – die fallen schon auseinander, bevor man überhaupt fertig gelesen hat. Und vor allem können die Autoren hierzulade dann noch schlechter davon leben. Aber das ist ein anderes Thema).

  13. Mir ist es egal ob ich Rezensionsexemplare bekomme oder nicht, davon hängt nicht ab ob und wie ich blogge. Als ich vor über 6 Jahren angefangen habe über Bücher zu berichten, wusste ich noch nicht mal von dieser Möglichkeit. Ehrlich gesagt hab ich keine wirkliche Meinung zu der Angelegenheit und mache mir jetzt keine Gedanken. 🙂
    Abwarten und Tee trinken. 😉
    Liebe Grüße,
    Melanie

  14. Wirklich ein spannendes Thema für alle Seiten und ich bin sehr neugierig, wie sich das entwickelt.
    Ganz klar fände ich es nicht „schlimm“ für Buchblogger, da ich 99% der Bücher, die ich Rezensiere selbst kaufe.
    Schlimm wird es für Verlage und Autoren. Buchblogger sind ein so unheimlich wichtiges und starkes Marketinginstrument, dass niemand darauf verzichten sollte. Es wäre ein echt so krasser Umbruch, könnte aber auch eine Chance für Selfpublisher sein, da diese über die Vermarktung ihrer Persönlichkeit zu ihren Büchern gehen. Verlage vermarkten Bücher direkt. Ihnen würde eine große Plattform fehlen und Hypes würden von Seiten des Verlags weniger beeinflussbar sein. Das wäre ein Punkt, den ich sogar befürworten könnte, da viel zu viele Bücher unberechtigt gehypt werden und andere, viel tollere Bücher dahingegen so leicht übersehen …

    Ich bleibe gespannt und versuche das Positive daran zu sehen 🙂

    Liebe Grüße, Tinka 🙂

  15. Liebe Bianca,

    vielen Dank für den Beitrag. Ich hatte davon bisher noch gar nichts mitbekommen…
    Auch ich weiß nicht bis ins Detail, wie sich das mit den Leseexemplaren und der Preisbindung verhält, meine aber, dass es tatsächlich zwei Paar Schuhe sind, weil die Leseexemplare aus einem anderen Kontingent kommen.
    Für mich als Buchhändlerin sind Leseexemplare in erster Linie ein wichtiges Arbeits- und Hilfsmittel, um Einkäufe zu planen und neue Schätze zu entdecken. Von daher finde ich sie ziemlich unerlässlich, würde sie allerdings auch nicht als „Bezahlung“ für die Arbeit als Blogger betrachten. Wer vielleicht von vornherein mit der Intention ans Bloggen geht, möglichst viele Gratisexemplare abzugreifen, der mag das allerdings wohl so sehen.

    Für den Buchhandel und den Handel im Allgemeinen ist Amazon natürlich ein absolut rotes Tuch. Ich finde es in der Hinsicht also eher schade, dass Lübbe da gemeinsame Sache gemacht hat. Aber wer weiß, was da wieder für Druck hinter steckte…
    Ob das ganze allerdings rechtswidrig ist, wage ich leider zu bezweifeln.
    Über den Buchhandel wird mittlerweile überwiegend der „Tolino“ vertrieben. Auch auf diesen Geräten gibt es ein Ebook kostenlos, das schon aufgespielt ist. Im Moment ist es „Madame Bovary“, eine zeitlang gab es aber auch einen Titel von Nicholas Sparks. Ich glaube, das fällt irgendwo in den Bereich der Naturalienrabatte.

    In jedem Fall finde ich aber nicht, dass Buchhändler „sich selbst ins Knie schießen“, wenn sie irgendwo für ihr Recht kämpfen wollen und das auch tun. Eigentlich sollte die Liebe zu Büchern und der Wunsch, dass es weiter all diese Möglichkeiten für uns Leser gibt, Grund genug sein, sich immer wieder gegen einen Kauf über Amazon zu entscheiden. In den meisten Fällen gibt es immer eine buchhandelsfreundlichere Alternative!

    Bevor ich mich weiter hineinsteigere, wünsche ich dir einen schönen Abend!

    Liebe Grüße,
    Vanessa

  16. Mag ja sein, dass Amazon für lokale Buchhändler ein Schreckgespenst ist, aber aus Sicht vieler kleiner Verlage ist Amazon trotz bescheidener Konditionen eine der besten Absatzmöglichkeiten. Wer mal versucht hat, seine Bücher in Buchhandlungen unterzubringen und diese Arroganz der ach so armen und gebeutelten lokalen Buchhändler erlebt hat, wird wissen wovon ich rede.

    1. Dass du da schlechte Erfahrungen gemacht hast, ist natürlich nicht schön. Man muss dem Buchhändler selbst natürlich schon vorbehalten zu beurteilen, was ins eigene Sortiment passen kann und wofür man vielleicht wenig Chancen sieht. Niemanden nützt es, wenn etwas einstaubt und wichtigen Verkaufsplatz blockiert. Die Frage ist natürlich immer, wie man sich dem anderen gegenüber dann verhält. Arroganz ist da sicher fehl am Platz. Da würde ich Buchhändlerkollegen nur wegen ihres Buchhändlerdaseins nicht in Schutz nehmen. Trotzdem kann man wegen einzelner schlechter Erfahrungen nicht alle in eine Schublade stecken und verurteilen.

  17. Hey Bianca,

    toller Artikel! Ich kann den Ärger der Buchgesellschaften nachvollziehen, fände aber ein absolutes Schenkverbot total überzogen. Schließlich produziert der Verlag die Bücher doch, da sollte er doch auch entscheiden können, WER die Bücher bekommt?! Und überhaupt, diese Buchpreisbindung… davon halte ich nichts! Die Idee dahinter ist verständlich, es ist aber der falsche Weg.

    Falls Rezi- Exemplare verboten würden (was wirklich total traurig wäre! Klar, wir bloggen nicht deshalb, aber es ist ein nettes Schmankerle), finden die Verlage bestimmt ein Schlupfloch – keine Ahnung, Gutscheinkarten oder so. Dann haben sie nichts verschenkt und der Blogger kriegt trotzdem sein Buch…

    Ärgerlich wäre es trotzdem!
    LG, Mary ❤
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/

    1. Ohne die Buchpreisbindung würde es auf Dauer wahrscheinlich keine Buchhandlungen mehr geben, die nicht an einen Konzern gebunden sind. Und vermutlich würde damit eine ganze Berufsgruppe aussterben. Wäre schade 😉

  18. Guten Morgen Bianca,

    eigentlich wurde das meiste schon gesagt. Aber dennoch möchte schnell, aber kurz, kurz kund tun.

    1. Dein Artikel ist super, ja auch verständlich und find ich äusserst spannend, zumal ich davon noch gar nichts mitbekommen habe. War letzte Woche eine strube Zeit hier.

    2. Ich selber find es überzogen. Also das man jetzt so vorgeht. Erstens, Illiminati ist jetzt kein Buch das grade läuft wie verrückt, ja es ist ein bestseller, aber wir verkaufen den alle par Monate mal. Die meisten leute kümmern sich nicht um die alten Bücher, die sind vor alle auf Neuheiten aus. Ein Buch aus der Versenkung zu holen undfind ich in diesem Fall jetzt nicht tragisch. Ich denke nicht das man damit dem Buchhandel schadet, das sind viel mehr andere Aktionen. Ich denke das Problem hier ist, das ein Verlag sich mit Amazon zusammen tut. Den Amazon ist es der den Buchhandlungen das Leben schwer macht. Ich bin überuegt, hätte Bastei dies im Alleingang gemacht, wärs kein Thema gewesen.

    3. Was wenn der schlimmste Fall eintritt?! Ich blogge weiter, ich hab damals angefangen zu bloggen weil ich es wollte, weils mir spass machte und das ganz ohne Rezensionsexemplare. Wobei, soviel ich weiss, Reziex, nicht in diese Kategorie fallen würden. Bin da aber kein Profie. egal, ich würde trotzdem weiter machen.

    Was das Honorrar angeht, ich sehe das nicht so extrem wie manch andere. Ich finde schon das wir eine art Honorrar bekommen, wir bekommen die Bücher gratis. Klar sind das nicht Zahlen wie manch ein Fashon- oder Beautyblogger bekommt, aber schluss endlich kostet das Buch ja auch etwas, das Porto wir auch bezahlt. Würde ich mehr nehmen wenn ich es bekommen würde? Ja sicher, wer nicht, aber für mich ist das so ok. Traurig fände ich es aus dem Grund, da mir dank Reziex. einige Bücher in die Hand gegeben wurde die ich so wohl nicht gekauft geschweige den gelesen hätte.

    Aber ehrlich, ich kann es mir nicht vorstellen das es soweit kommt.

    Liebe Grüsse
    Alexandra

  19. ich denke, es geht hier nicht um rezensionsexemplare – die gibts ja schon immer, schon lange bevor es ebooks und blogs überhaupt gab. amazon hat ja auch keine rezensionsexemplare gezielt vergeben, sondern gratis bücher verteilt. im sinne der buchpreisbindung wäre das nur dann ok, wenn der verlag auch allen buchhandlungen und allen anderen online händlern gratis bücher zur verfügung gestellt hätte. ich bin schon sehr gespannt, wie das gericht urteilen wird.

  20. hallo Bianca, vielen Dank für deinen Beitrag zu diesem Thema.

    Ich persönlich glaube nicht, dass amazon und der Bastei Lübbe-Verlag vor Gericht landen werden, abgesehen davon dass ich die Aktion grundsätzlich nicht schlimm gefunden habe (ist ja schließlich ein Buch, das schon einige Zeit im Handel ist), sondern eher das Problem darin sehe, dass sich hier amazon mit einem Verlag zusammengetan hat.

    Falls es aber so ist und ein Schuldspruch gefällt würde, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass daraus resultieren könnte, dass auch die vielen, vielen Buchblogger keine Rezensionsexemplare mehr bekommen werden – zumindest nicht über Verlage, oder dass die Möglichkeit des Erhalt zumindest sehr erschwert wäre. Das würde dann aber auch das Aus für Aktionsportale wie z.B. vorablesen oder auch das Bloggerportal bedeuten.

    Ich bin eine Vielleserin (10 bis 20 Bücher pro Monat) und blogge zum Teil auch meine Rezensionen. Ich bin Mitglied sowohl bei vorablesen als auch beim Bloggerportal, und nutze beide Portalen sehr gerne, weil es für mich eine Möglichkeit darstellt, sich eventuell auch mal in ein anderes Genre zu wagen oder Bücher zur probieren, die ich mir nicht zu kaufen traue. Natürlich freue ich mich dann, wenn ich diese Bücher gratis bekomme. Dass ich für meine „Arbeit“ nicht bezahlt werde, habe ich nie als Problem gesehen, denn ich lese und blogge gerne, und wenn ich es nicht gern tun würde, dann würde ich es auch nicht machen.

    Abgesehen davon ist die mengenmäßige Abgabe von Rezensionsexemplaren bei beiden Portalen ja begrenzt (bei vorablesen auf 100 Stk. pro Buch, beim Bloggerportal weiß ich nur, dass es eine Begrenzung gibt, allerdings nicht in welcher Höhe) – im Gegensatz zur Aktion bei amazon, denn da stand ja glaube ich nichts dabei, dass die Aktion auf eine Höchstabgabemenge beschränkt ist.

    Wenn Rezensionsexemplare gestrichen würden, fände es aber auch sehr schade für viele Jungautoren, die auf ihren homepages oder blogs oder z.B. über facebook Rezensionsexemplare ihrer Bücher verlosen, denn damit wäre ihnen eine gute Möglichkeit genommen, als Autor bekannt zu werden.

    Grundsätzlich wäre es für mich kein Weltuntergang, wenn es keine Rezensionsexemplare mehr gäbe, denn Bücher, die mir gefallen, würde ich mir – so wie vor der Zeit der Reziexemplare – auch weiterhin kaufen.

    Liebe Grüße
    Sabine aus Ö

  21. Ich finde es durchaus gerechtfertigt, dass sich der Buchhandel beschwert, denn letztendlich hat Amazon einen klaren Vorteil bekommen und eigentlich dachte ich auch, dass die Bücher wenn dann überall reduziert angeboten werden müssten.. Das wäre fair gewesen und dann hätte es diesen Aufriss wohl auch nicht gegeben, finds sowieso erstaunlich, dass ein Verlag Amazon da den Vorteil verschafft hat, da gibt es doch auch immer wieder ärger wegen den Konditionen.
    Und ja das Buch wurde gratis angeboten, somit kann man natürlich sagen, dass Amazon kein Gewinn gemacht hat, aber da stellt sich halt schon die Frage wie viele dadurch nicht auch nach den weiteren Bänden gegriffen haben.. Die Masse wird es eventuell nicht gewesen sein, aber bestimmt ein paar.
    Von daher irgendwo kann ich es nachvollziehen, zumal Amazon dem Buchhandel das Leben eh schon schwer macht und die Konsumenten das unterstützen.

    Dass es weitragende Konsequenten haben wird, glaube ich aber ganz ehlich nicht. 😉

    Liebe Grüße
    Svenja

  22. Hallihallo Bianca,

    ich muss gestehen dass ich jetzt nicht alle Kommentare gelesen habe aber ist es nicht so dass das Verschenken von Reziexemplaren (oder Büchern in Gewinnspielen etc.) gar nicht zur Buchpreisbindung führt weil in dem Fall der Blogger überhaupt nicht der „Letztabnehmer“ des Buchs ist? Es findet ja gar kein Verkauf statt und laut dem Gesetz geht es bei der Buchpreisbindung nur um den „Verkauf an Letztabnehmer“.
    Außerdem kann nach §8 der Verlag die Buchpreisbindung aufheben wenn die Erstveröffentlichung mehr als 18 Monate zurückliegt – was bei „Iluminati“ wohl der Fall sein dürfte.

    Also ich bin mir sicher, dass sich an unserer Situation als Buchblogger durch diesen Fall nichts ändern wird.

    Natürlich ist es aber trotzdem ein Argument gegen Amazon, da stimme ich dir vollkommen zu! 🙂

    Ich fände es sehr schade wenn es keine Reziexemplare oder ähnliches mehr geben würde aber das würde mich vom lesen auf keinen Fall abhalten 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Tag,

    Johanna

  23. Hallo Bianca!

    Ein super schöner Artikel, der die entsprechende Aufmerksamkeit erhält 😀 Ich habe die Diskussionen zu dem Thema ein wenig verfolgt und sehe das eher von der entspannten Seite. Ich glaube nicht, dass die Rezensionsexemplare abgeschafft werden, dazu wurde ja zwecks Leseexemplare schon viel geschrieben.

    Ich kann zwar den Unmut der Buchblogger verstehen, insbesondere im Vergleich zu anderen Bloggern aus den Szenen Beauty & Co., aber ich fände es nicht tragisch, wenn es keine Rezensionsexemplare in dem Sinne mehr gäbe oder auch weniger wegen der Sonderauflage von Leseexemplaren. Ich blogge aus Spaß am Lesen und nicht um kostenlose Exemplare zu erhaschen. Ich bräuchte keine Rezensionsexemplare und arbeite auch weniger damit. Zugegebenermaßen sind Vorabexemplare schon was geniales und in diesem Punkt fände ich es schon schade, wenns die nicht mehr gäbe. Ansonsten unterstütze ich auch gern Autoren in dem ich die Bücher kaufe und dann Rezensionen verfasse. Da haben die meiner Meinung nach das meiste davon. Und diejenigen die in irgendeiner Art traurig sind, weil sie fürs Buchbloggen nicht so bezahlt werden wie für Beautyprodukte und Co sage ich: dann wechselt doch die Szene wenns ums Geld geht. Man kann immer Vergleiche ziehen und es wird immer Leute geben, die für das Gleiche besser entlohnt/belohnt werden. Darauf sollte es aber meiner Meinung nach nicht ankommen.

    So viel zu dem Thema von meiner Seite 🙂

    Liebste Grüße,
    Diana

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