Die Anatomie des Buches

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Hallo, verehrte Leseratten und Bücherwürmer!

Beim heutigen Artikel geht es um das Buch („WAAAS? Auf einem Buchblog gehts um Bücher? Wie ungewöhnlich!“).

Ein klassisches, geschlossenes BuchAber nicht um ein besonderes Buch, sondern ganz allgemein rund um das eckige Objekt unserer Begierde. Was das perfekte Buch ausmacht, ist umnöglich fest zu machen. Doch wie ein Buch aussieht, das ist leicht beschrieben. Rechteckig und kistenförmig ist das klassische Buch, an beiden Querseiten und einer (meist der rechten) Längsseite ist es offen. Eine Längsseite, sowie Front und Rücken sind geschlossen. Zwischen Front und Rücken befinden sich zahlreiche Blätter mit Buchstaben und manchmal auch Bildern bedrucktem Papier. Der Liebhaber würde noch Freunde, Abenteuer und gar ganze Welten hinzufügen – aber das hier ist schließlich eine wissenschaftliche Abhandlung um die anatomische Erscheinung eines Buches und da haben solche Aussagen nichts zu suchen. 😉

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Beginnen wir mit dem Aufbau eines Buches. Hierbei muss man hauptsächlich zwischen drei Arten von Büchern unterscheiden: Es gibt zum Beispiel solche mit Deckenband (oder auch Hartcover, Festeinband oder Pappband genannt), also Büchern mit aus fester Pappe oder festem Karton bestehendem Einband, der meist noch zusätzlich von einem Schutzumschlag bzw. Buchumschlag „umhüllt“ wird. Meist nutzt man dafür Efalinpapier.
Zum anderen gibt es solche, deren Umschlag man als Broschur oder Softcover bezeichnet. Diese besitzten einen hochwertigen aus weicher Pappe oder weichem Karton bestehenden Umschlag.
Bei einem weniger hochwertigen Umschlag, der aus weichem Karton besteht, spricht man von einem Taschenbuch oder einem Paperback. Diese sind meist kleinformatig und günstiger, als ihre großen in Festeinband gekleideten Brüder.

Heute befassen wir uns mal mit der Anatomie eines Deckbandes. Dieses Schaubildes verdeutlicht die kartographischen Lagen der „Körperteile“ eines Buches.

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Unbenannt

A

Der Buchdeckel. Er besteht heutzutage meist aus Pappe oder dünnem Karton, manchmal auch aus PVC. Er kann von einem Schutzumschlag umhüllt sein. Schutzumschläge dienen jedoch mittlerweile weniger dem Schutz, viel mehr sind sie ein Merkmal für die Qualität eines Buches und sollen optisch ansprechen.

B

Der Rücken. Der Buchrücken hält die einzelnen Seiten zusammen im Buch. Ob geklebt, genäht oder sogar getackert werden.

C

RTEmagicC_Kapitalband.gifDas Kapital(band). Das Kapitalband dient dazu, die LÜcke zwischen Buchrücken und Buchblock zu verdecken und das Buch zu verschönern. Des weiteren schützt es vor Staub und Beanspruchung.
Das Kapitalband ist nicht zu verwechseln mit dem Lesebändchen, bzw Zeichenbändchen, das als eine Art integiertes Lesezeichen fungiert.

D & E

RTEmagicC_vorsatz.gifDer Vorsatz und der Nachsatz. Vorsatz und Nachsatz verbindeen die Einbanddecke mit dem Buchblock, dadurch wird das Buch im gesamten stabilisiert. Sie decken aber auch die Buchdeckel von innen ab und schützt das erste und letzte Blatt des Buchs.

F

Der Vortitel. Auch genannt: Schutztitel, Vorsatztitel oder Schmutztitel (Ja, Schmutz wie Dreck).Auf ihm findet der Leser meist gar nichts – allenfalls das Verlagssignet. Der Vortitel ist numerisch die erste gezählte Seite im Buch, aber so unwichtig und überflüssig, das man nicht mal die Zahl drauf schreibt.

G

Die Titelseite. Auf der numerisch dritten Seite eines Buches sind nochmals Autor, Titel des Werkes, der Verlag und gegebenenfalls auch der Übersetzer verzeichnet.Hier signieren Autoren und Autorinnen besonders gern, weil genug Platz ist um ihren Namen nocheinmal handschriftlich zu verzeichnen.
Auf der Rückseite der Titelseite findet sich das Impressum. Dort steht jede Menge Zeug, das in der Regel keiner liest, weils keinen juckt und man endlich mit dem Buch anfangen möchte!

H

Der Buchblock. Er ist der eigentliche Inhalt. Der Buchblock besteht aus den bedruckten, gefalzten, klebegebundenen oder fadengehefteten und beschnittenen einzelnen Blättern – den Lagen – eines Buches.

I

Der Buchschnitt. Als Schnitt werden die drei Seiten des Buchblocks bezeichnet, an denen das Buch geöffnet werden kann. Die Papierbögen sind meist beschnitten und im Buchrücken zusammengeheftet oder geklebt.

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Ich hoffe sehr, euch hat diese überaus lehrreiche Abhandlung über die Anatomie eines Buches gefallen. Wenn ihr mehr über das Buch an sich erfahren wollt (zum Beispiel über das Buchbinden, die Entstehungsgeschichte eines Buches oder Ähnlichem), würde ich mich über positives Feedback freuen. 🙂

In diesem Sinne,Unb1enannt

 

16 Kommentare zu „Die Anatomie des Buches

    1. Hallo, liebe Cornelia 🙂
      Es freut mich, wenn es dir gefällt. Ja, ich arbeite bereits an einem Bericht über den Buchdruck nach Guttenberg. Dafür gehts in meinem Urlaub im April mal für einen Tag nach Mainz ins Guttenberg-Museum 😀 Juhuuuuu :DDDD
      Fühl dich gegrüßt, Bianca 🙂

      1. Huhu Bianca,

        fühle dich ebenfalls zurück gegrüßt :). Da kommst du ja ganz bald ganz in meine Nähe :,D. Was für ein lustiger Zufall. Wenn du schonmal in Mainz bist, dann geh auf jeden Fall auch in den Hugendubel, der ist immer ganz gut ausgestattet *hehehe* :D!

  1. Wow, ein echt toller Beitrag. Erinnert mich an eine schöne Makroaufnahme in der Fotografie. Plötzlich sieht man das, was man da immer in Händen hält, aus eine ganz anderen Perspektive. Sehr schön, Bianca.

    1. Danke, lieber Michael 🙂

      Ich hab zwar null Ahnung von Fotografie, aber ich glaub ich weiß was du meinst. Ja, man übersieht schnell, was noch alles in so einem Buch steckt. Aber bei all die wundervollen Dinge zwischen den Seiten passiert es schnell, das man vergisst, das man überhaupt ein Buch in den Händen hält, nicht wahr? xD

      Gruß,
      Bianca

  2. Und ich dachte immer, dieses (überaus dekorative, ja) Bändchen hält die Seiten zusammen. Dabei ist das Kapitalbändchen doch tatsächlich hauptsächlich zur optischen Verschönerung da – wusste ich noch nicht. Oder generell dass es Kapital heißt – wie das Kapital in der Wirtschaft? ^^ Schöner Post!

    Alles Liebe, Sandra

    1. Hallöchen Sandra 🙂

      Ja, genau wie das Kapital in der Wirtschaft. Da haben wir doch tatsächlich noch ein Teekesselchen entdeckt!!! 😀 ICH LIEBE TEEKESSELCHEN!!! ❤

      Und vielen Dank für das liebe Kompliment, es freut mich sehr, wenn es dir gefallen hat 🙂

      Grüsschen, Bianca

  3. Toller Beitrag! Allerdings irritiert mich Punk I etwas… gibt es nicht mehr als 3 Seiten, an denen man ein Buch öffnen kann? 😀

    Erleuchte mich, bitte!

    Lieben Gruß

    Rica

    1. Servus, Rica. =)
      Öhm…. ich bin mir nicht sicher wie du das meinst. Natürlich hat ein buch mehr als drei Buchseiten xD Wäre ja schrecklich, wenn nicht!
      Aber wenn man das Buch als rechteckigen Kasten sieht, hat es insgesammt sechs Seiten. Von diesen lassen sich nur drei öffnen, die anderen drei sind der Buchrücken und der vordere und hintere Buchdeckel. Also die harte Pappe ums Buch rum.
      Ich hoffe es ist klar, was ich meine. Das mit den Seiten ist echt irgendwie konfus, aber mir fiel kein geeignetes Synonym ein, das nicht mehr verwirrt hätte 😀

      Liebe Grüße, Bianca

  4. Hey Bianca,
    das ist ein toller Artikel 🙂 Das mit dem Schmutztitel bekomme ich niiiie mehr aus dem Kopf, weil meine Ausbilderin mir erzählt hat, wie der Name zustande kam: Ganz ganz früher nach dem Drucken wurde das Buch in einen Schutzumschlag gewickelt, auf den die Drucker mit ihren schmutzigen Fingern fassen konnten (mit der Druckerschwärze…). Damit man wusste, welcher Titel da nun eingewickelt ist, wurde in klein und unwichtig Titel und Autor, ggf. auch Verlag drauf geschrieben.
    Der Titel ist bis heute geblieben, die Seite braucht eigentlich kein Mensch mehr so richtig 😉

    Liebe Grüße,
    Sandra

    1. Hola Sandra 🙂

      Ja, der Schmutztitel. Ich musste auch sehr schmunzeln, als ich davon gelesen habe. XD
      Schon verrückt, wie unsinnig es jetzt für uns klingt. Aber deine Erklärung hat mir geholfen, das nachzuvollziehen 🙂 DANKE!!! 😀

      Gruß, Bianca

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