[Rezension] „Julia für immer“ von Stacey Jay

Inhalt:
Romeo und Julia sind nicht im Namen der Liebe gestorben. Nein, Romeo hat Julia ermordet, um selbst Unsterblichkeit zu erlangen. Doch auch Julia ist in Wahrheit nicht tot. Seit 700 Jahren sind beide in einer Mission unterwegs: Romeo verhindert, dass Paare sich finden, Julia dagegen spürt jene Menschen auf, die füreinander bestimmt sind. Doch dann passiert es: Als sie glaubt ihren eigenen Seelenverwandten getroffen zu haben, gerät das Gleichgwicht ins Wanken und sie soll sich ausgerechnet mit Romeo zusammen tun.

Die Autorin:
Stacey Jay arbeitete als Barkeeperin, Schauspielerin, Tänzerin und Yogalehrerin bevor sie sich dem Schreiben zuwand. Unter verschiedenen Pseudonymen schrieb sie mehrere Paranormal-Romane, Urban-Fantasy- sowie Science-Fiction-Romane. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Karlifornien.

Cover:

Ich bin zwar nicht dahinter gekommen wen das Mädchen auf dem Cover darstellt, aber es ist auf jeden Fall sehr gelungen. Insbesondere die zarten roten Ranken am Rand gefallen mir – und erst die grünen Augen!

Rezension:
Im Verona des Jahres 1304 schleicht sich ein junger Mann mitten in der Nacht über den Balkon ins Zimmer seiner frisch angetrauten Ehefrau. Das kennen wir ja bereits. Romeo und Julia verbringen gemeinsam ihre Hochzeitsnacht und von da an geht alles schief – auch in „Julia für immer“ ist das nicht anders.
Allerdings begeht diese Julia keinen Selbstmord aus Verzweiflung über den Tod ihres Romeos, sondern wird von eben diesem ermordet, damit er die Unsterblichkeit erlangt. Von diesem Moment an, dient er als Söldner und hat den Auftrag, Liebespaare auseinander zu treiben. Doch auch Julia fand nicht den Tod, sondern dient dem Botschaftern der Liebe und versucht ihrerseits Liebende zusammenzuführen.
Siebenhundertjahre treffen sich die beiden Teile des tragischsten Liebespaares aller Zeiten wieder: In einem verunfallten Auto – und in den Körpern von Ariel und Dylan! Ariel (oder eben Julia) ergreift kurzerhand die Flucht vor Dylan/Romeo und trifft auf Ben, der sie vor dem Zorn ihres ehemaligen Geliebten rettet.
Gefangen in Ariels Körper muss sich Julia von nun an einer ganzen Reihe von Wiedrigkeiten stellen: Zum einen ist da Ariels komplizierte Beziehung zu ihrer Mutter und ihre schwierige Freundin Gemma und zum Anderen ist da noch Romeo, der alles daran setzt, ihr in die Parade zu fahren.
Und als währe das nicht schon schlimm genug, steht sie noch vor zwei weiteren, ernsteren Problemen: Zum einen hat sie sich ausgerechnet in Ben verliebt, doch dieser ist nicht für sie, sondern für Ariels beste Freundin Gemma bestimmt. Und zum anderen scheint sie die Verbindung zu den Botschaftern verloren zu haben und Romeo sieht dies als sicheres Zeichen dafür, dass auf sie beide das große Fegefeuer wartet. Um dem Schicksal des Todes zu entkommen gibt es nur eine Möglichkeit: Julia muss wieder anfangen Romeo zu lieben… doch Julia verliebt Ben, und dieser hegt ebenfalls Gefühle für die vermeindliche Ariel, obwohl er doch eigentlich Gemmas Seelenverwandter ist.
Und ist Romeo tatsächlich so ein schrecklicher Verräter, wie Julia glaubt oder steckt mehr dahinter?
Mein Fazit: Wer sich schonmal mit Shakespeares „Romeo und Julia“ befasst hat, wird an „Julia für immer“ seine reine Freude haben – egal ob Verfechter dieser Liebesgeschichte oder Skeptiker. Insbesondere Romeo zitiert immer wieder aus seiner eigenen (mit Will Shakespeare gemeinsam erdachten) Tragödie.
Auch wenn die Umsetztung der Phasen in denen Julia nicht auf der Erde weilt, etwas hapert (sie kann z.B. problemlos mit einem Handy umgehen, obwohl sie das letze mal in den 90ern eine Mission hatte) ist die Story gut durchdacht, insbesondere das alternative Ende von „Romeo und Julia“, auf dem der Roman bassiert, gefällt mir gut. Ich liebe zwar so ziemlich alles was Willy Shakespeare so verzapft hat, aber Romeo selbst konnte ich nie wirklich leiden, weil er mir zu überzogen und theatralisch war.
Das Verwirrspiel in „Julia für immer“ hält einen bis zum Schluss auf Trapp, weil man nie ganz sicher ist, wer wen jetzt wirklich liebt und wer wen lieben sollte und warum Ben und Gemmas Aura leuchtet, obwohl die beiden offenbar doch nicht für einander geschaffen zu sein scheinen.
Jeder der romantische Geschichten liebt und ein Freund von wirren Mehrecksverliebtheiten und dem Durcheinander zwischen gut und böse ist, wird bestimmt ein Fan von „Julia für immer“.

„Julia für immer“ (Originaltitel: „Juliet immortal“) von Stacey Jay ist für 17,99€ bei INK Egmont erschienen, das Buch umfasst 344 Seiten.

Auf der FBM habe ich auch schon einen Blick auf den zweiten Teil, auf „Romeo für immer“ werfen dürfen – und damit wird es richtig verwirrend. Ich freue mich schon darauf, das Durcheinander durchblicken zu können.

2 Kommentare zu „[Rezension] „Julia für immer“ von Stacey Jay

  1. Hey 😉

    Du bist gerade die Erste, bei der ich sehe, dass sie eine Rezi zu diesem Buch geschrieben hat. Vor ca. 3 Wochen habe ich Julia für immer auch gelesen und finde es echt gut.
    Übrigens steht in deiner Rezension, dass du es komisch findest, dass Julia problemlos mit einem Handy umgehen kann. Im Buch steht, dass Julia selbst nicht genau weiß, warum, aber es hat wohl irgendetwas mit der Macht der Amme zu tun, dass sie immer mit den Dingen, die in der Zeit, in die sie geschickt wurde wie selbstverständlich benutzt werden, instinktiv umgehen kann 😉

    Liebe Grüße,
    Clary 🙂

  2. Ich schleiche ja schon länger um dieses Buch herum und überlege es auf meine Wuli zu setzten. Ich denke, nachdem ich deine Rezension gelesen hab, wird das Buch definitif dort hin wandern und hoffendlich auch bald in meine Hände.

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